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Gesundheit: Wer im Urlaub beruflich ständig erreichbar ist, erholt sich nicht

Gesundheit: Wer im Urlaub beruflich ständig erreichbar ist, erholt sich nicht


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Auch mal abschalten: Ständige Erreichbarkeit im Urlaub ist gesundheitsgefährdend
Wer beruflich sehr engagiert und eingespannt ist, kann auch im Urlaub häufig nicht richtig abschalten. Viele dieser Menschen leben im gesundheitsgefährdenden Dauerstress. Experten sehen hier vor allem Arbeitgeber in der Verantwortung. Führungskräfte sollten beim Thema Gesundheit Vorbild sein.

Stress im Urlaub
Eigentlich sollte ein Urlaub glücklich und gesund machen. Doch viel zu vielen Menschen fällt es schwer, während der arbeitsfreien Zeit zur Ruhe zu kommen. Sie sind ständig erreichbar, checken regelmäßig ihre E-Mails oder telefonieren gar dienstlich. Wer auch im Urlaub dauerhaft unter Stress steht, gefährdet seine Gesundheit. Die permanente Anspannung kann unter anderem zu Bluthochdruck führen und das Immunsystem schwächen. Arbeitgeber könnten dazu beitragen, dass Arbeitnehmer im Urlaub besser abschalten können, meinen österreichische Experten.

Jeder Vierte kann sich nicht ausreichend erholen
Laut einer Mitteilung der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich kann sich ein Viertel der Beschäftigten in Österreich im Urlaub nicht ausreichend erholen. Ebenso viele sind demnach während ihrer Urlaubszeit für die Firma ständig erreichbar, 14 Prozent kontrollieren und beantworten regelmäßig ihre E-Mails und telefonieren sogar mit Kunden/-innen und ihren Kollegen/-innen. Fast jede/-r Sechste muss den Urlaub arbeitsbedingt unterbrechen oder sogar vorzeitig abbrechen. Dies zeigt eine aktuelle Auswertung des Österreichischen Arbeitsklima Index der AK Oberösterreich.

Urlaub muss oft arbeitsbedingt verschoben werden
Rund zehn Prozent der Befragten gaben an, dass sie nicht ihren gesamten Jahresurlaub von fünf oder sechs Wochen verbrauchen können. Bei zwei Dritteln davon ist die hohe Arbeitsdichte der Hauptgrund dafür. Den Angaben zufolge musste jede/-r fünfte Beschäftigte in den vergangenen zwei Jahren einen bereits mit dem Vorgesetzten vereinbarten Urlaub verschieben, weil es die Arbeit erforderte oder weil es die Chefin oder der Chef so wollte. Arbeitnehmer sollten sich daher am besten immer darüber informieren, was man über den Urlaubsanspruch wissen sollte.

Betroffene leiden öfter unter Schlafstörungen
Das permanente Aufopfern für den Beruf – sogar im Urlaub – ist laut den Experten kein Zeichen von Produktivität, sondern Ausdruck einer hohen Kommunikationsfrequenz. „Dieses ständige gegenseitige Unterbrechen und der zunehmende digitale Präsentismus, also über das Smartphone ständig mit der Firma in Kontakt zu sein, bergen große Gefahren, die bei jahrelanger Gewohnheit oftmals in psychischen Erkrankungen wie Burn-Out münden“, sagte AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Außerdem können Menschen, die in der Freizeit arbeiten, schwerer abschalten und leiden öfter unter Schlafstörungen. „Darum müssen beide Seiten – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – verantwortungsvoller und sensibler mit ihren Ressourcen umgehen“, so Dr. Kalliauer.

Arbeitgeber in der Verantwortung
Allerdings liegt die Hauptverantwortung beim Führungspersonal und den Arbeitgebern/-innen. Der AK-Präsident sagte: „Es ist in erster Linie die Verantwortung der Betriebe und Führungskräfte, Strategien und Maßnahmen gegen gesundheitsschädliches Verhalten wie etwa die ständige Erreichbarkeit im Urlaub einzuleiten.“ Er meinte weiter: „Da haben Chefs sicher Vorbildwirkung: Wenn auch sie im Urlaub nicht ständig erreichbar sind, alles lesen und dauernd anrufen, dann müssen auch die Beschäftigten nicht das Gefühl haben, dass es erwartet wird, dass sie immer greifbar sind.“ Gesundheitsexperten zufolge können Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelentspannung oder Yoga bei der Einstimmung auf einen erholsamen Urlaub helfen. Auch Aktivitäten wie Strandvolleyball, Schwimmen, Musik hören oder Lesen eignen sich. (ad)

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